





Ziel dieses Projekts ist es, archäologische Überreste zu finden, die unter dichter Vegetation verborgen sind, insbesondere prähistorische Grabhügel und antike Straßen. In den letzten Jahren sind hochauflösende Höhenkarten, die mit einer Technik namens LiDAR erstellt wurden, weit verbreitet geworden. Der große Vorteil im Vergleich zu vielen anderen Messtechniken ist, dass LiDAR nicht durch das Vorhandensein von Vegetation beeinträchtigt wird. Dies ermöglicht die Untersuchung von Gebieten, in denen archäologische Überreste derzeit durch Waldbedeckung oder andere Vegetationsarten verdeckt sind.
Basierend auf dem Erfolg der von der *Universität Leiden initiierten Heritage Quest wird dieses Projekt dazu beitragen, neue Stätten auf, dem Gebiet des Großherzogtums Luxemburggzu entdecken, einer vielfältigen Region, die die dicht bewaldeten Hochländer des Ösling und die Täler des Gutlands umfasst.
Seit 2019 hat die Heritage Quest zwei Regionen der Niederlande mit spektakulären Ergebnissen untersucht. Die Regionen Veluwe und Utrechtse Heuvelrug haben eine große Anzahl von Grabhügeln hervorgebracht. Luxemburg wird voraussichtlich ebenso spektakuläre Ergebnisse liefern. Die dichte Waldbedeckung, zum Beispiel entlang der Luxemburger Sandsteinvorsprünge (Grès d’Hettange), verbirgt zweifellos viele weitere archäologische Stätten.
Durch gemeinsame Inspektion der ca. 2.586 km² großen Fläche des heutigen Luxemburgs sind wir sicher, dass viele unbekannte archäologische Überreste entdeckt werden. Diese neuen Entdeckungen werden unser Verständnis vergangener Gesellschaften prägen und in die nationale Datenbank bekannter archäologischer Funde aufgenommen, die vom **Institut National de Recherches Archéologiques (INRA)**gesammelt und somit für die Nachwelt geschützt werden.
LiDAR-Höhenkarte des Großherzogtums Luxemburg, unterteilt in Kacheln von 500 x 500 m (Quelle: Geoportail, Luxemburg)
LiDAR (Light Detection And Ranging) ist eine Vermessungstechnik, die die Entfernung zu einem Ziel misst, indem das Ziel mit gepulstem Laserlicht und einem Sensor beleuchtet wird, der die reflektierten Impulse registriert. Das Ergebnis ist eine dreidimensionale Punktwolke.
Die gesamte Oberfläche des luxemburgischen Gebiets wurde mit luftgestütztem LiDAR gemessen, was ein detailliertes Höhenmodell liefert. Dieses ständig aktualisierte Modell wird von de Administration du cadastre et de la topographie der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt und kann auf dem National Geoportal des Großherzogtums Luxemburg,der offiziellen nationalen Plattform für staatliche Geodaten und Dienstleistungen, visualisiert werden.
Erstmals ermöglichen diese LiDAR-Daten die Untersuchung von Gebieten, die von Waldbedeckung verdeckt sind.
Sie könnten daher die erste Person seit 4000 Jahren sein, die einen Hügelgrab findet.
Eine große Anzahl menschlicher Aktivitäten in der Vergangenheit führte zu lokalen Höhenunterschieden. Dies sind die Arten archäologischer Überreste, die wir in LiDAR-Daten identifizieren können. Basierend auf unserem aktuellen Wissen erwarten wir, dass eine Vielzahl von Merkmalen häufig auf den hier präsentierten Karten erscheinen wird.
Das häufigste und wahrscheinlich am besten erkennbare Merkmal ist dasHügelgrabDies sind alte Grabstätten, die durch einen Erdhügel markiert sind. In den Niederlanden wurde diese Art der Bestattung von ca. 2800 v. Chr. bis zur Römerzeit (ca. 200 n. Chr.) verwendet.
Die zweite Kategorie, nach der im Rahmen dieses Projekts systematisch gesucht wird, sind Mardellen. Dabei handelt es sich um flache, beckenförmige, feuchte Vertiefungen im Boden. Diese Landformen können natürlichen Ursprungs sein, beispielsweise als Dolinen, die durch die Auflösung von Gestein entstanden sind, aber sie können auch das Ergebnis menschlicher Aktivitäten sein, wie etwa Gruben, die zur Gewinnung von Bodenmaterial angelegt wurden und in einigen Fällen bereits seit der Eisenzeit dokumentiert sind. Mardellen fungieren zudem als Sedimentfallen, in denen sich Pflanzenreste, Holz und andere Artefakte über lange Zeiträume ansammeln können. Diese Ablagerungen stellen wertvolle Quellen für die Rekonstruktion vergangener Umweltbedingungen, der Vegetation und möglicher Siedlungsaktivitäten dar.
Die dritte Art von Merkmalen, nach denen wir suchen, sind Köhlerplatten/Kohlenmeiler. Dies sind relativ neue Merkmale, die mit industriellen Aktivitäten in bewaldeten Gebieten verbunden sind.
Es gibt auch mehrere andere Arten archäologischer Funde, die seltener auftauchen. Dazu gehören zum Beispiel Spuren von Befestigungssystemen, keltische Felder oder mittelalterliche Grenzen.
Neben der Entdeckung unbekannter archäologischer Überreste zielt dieses Projekt darauf ab, innovative akademische Projekte zu unterstützen, die das Potenzial von maschinellem Lernen und automatisierter Entdeckung in der Archäologie untersuchen. Die Aufgabe des Heritage Quest-Projekts ist es, die Anzahl archäologischer Überreste zu vergrößern, die als Beispiele dienen können, aus denen der Computer lernen kann, archäologische Merkmale wie Grabhügel unabhängig zu identifizieren. Gleichzeitig werden die neu entdeckten archäologischen Merkmale von Freiwilligen zur Überprüfung der Computerausgabe genutzt.
Das Gebiet des Großherzogtums Luxemburg umfasst eine Fläche von etwa 2.586 km². Dies ist ein riesiges Gebiet zum Inspizieren und für professionelle Archäologen allein unmöglich. Zudem ist in archäologischer Prospektion weithin belegt, dass die Fähigkeit der Menschen, bestimmte Merkmale zu erkennen, variiert. Menschen neigen dazu, bestimmte Arten von Überresten voreingenommen zu haben. Daher ist es wichtig, dass mehrere verschiedene Personen jeden Datensatz prüfen. Wenn Sie sich als Freiwilliger registrieren, können Sie mit der Suche beginnen. Im Diskussionsforum halten wir Sie über alle Aktivitäten und erste Ergebnisse des Projekts auf dem Laufenden.
Wenn Sie also an der Vergangenheit interessiert sind, schließen Sie sich unserer Suche nach archäologischem Erbe an! Allerdings sei gewarnt: Die Suche kann süchtig machen!